Schufa-Skandal: Geheime Datenbank speichert alte Verbraucherdaten – Datenschützer alarmiert
Die Schufa gilt als die zentrale Auskunftei für Bonität in Deutschland. Rund 68 Millionen Menschen sind bei ihr gespeichert. Doch eine aktuelle Recherche von NDR und SZ zeigt: Die Schufa speichert viel mehr Daten als bislang bekannt – und zwar über Jahre hinweg. Verbraucher erfahren nichts davon. Datenschützer schlagen Alarm.
Es ist ein Skandal mit Ansage: Die Schufa speichert eine Schattendatenbank. Das bedeutet, dass Verbraucherdaten noch lange nach ihrer offiziellen Löschung in den Systemen der Auskunftei vorhanden sind. Die Betroffenen wissen nichts davon – und haben auch keine Möglichkeit, sich dagegen zu wehren. Die tagesschau und die Süddeutsche Zeitung haben die Vorwürfe am 15. Juli 2026 öffentlich gemacht.
Was genau passiert?
Die Schufa hat nach eigenen Angaben einen riesigen Datenschatz angehäuft: Hunderte Millionen Informationen zu rund 68 Millionen Menschen in Deutschland. Aus diesen Daten berechnet sie den Schufa-Score, der bewertet, wie wahrscheinlich es ist, dass eine Person ihre Schulden zurückzahlt. Der Score entscheidet über Kreditwürdigkeit, Handyverträge, Wohnungsmieten – und damit über wichtige Lebensentscheidungen.
Schufa-Chefin Tanja Birkholz hatte erst im März 2026 einen neuen, vereinfachten Score vorgestellt und mehr Transparenz versprochen. Die aktuellen Recherchen zeigen jedoch: Hinter den Kulissen sieht die Realität anders aus. Ein geheimes Archiv, das Daten vorhält, die offiziell gelöscht sein müssten.
Was bedeutet das für Verbraucher?
Für Millionen Deutsche heißt das: Ihre Daten sind möglicherweise noch gespeichert, obwohl sie gelöscht sein sollten. Das betrifft vor allem ältere Einträge zu Krediten, Konten oder Zahlungsausfällen. Nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) müssen solche Daten nach bestimmten Fristen gelöscht werden. Wenn die Schufa sie trotzdem weiter speichert, handelt sie rechtswidrig.
Die Folgen könnten gravierend sein: Ein falscher oder veralteter Score kann dazu führen, dass Verbraucher keinen Kredit bekommen, keine Wohnung mieten oder keinen Handyvertrag abschließen können. Und das auf Basis von Daten, die längst hätten gelöscht sein müssen.
Was tun, wenn man betroffen ist?
Jeder Verbraucher hat das Recht, eine kostenlose Selbstauskunft bei der Schufa zu beantragen. Darin steht, welche Daten gespeichert sind. Wer glaubt, dass zu Unrecht Daten gespeichert werden, kann die Löschung verlangen. Im Streitfall helfen Verbraucherzentralen oder ein Anwalt.
Die Datenschutzbehörden haben angekündigt, die Vorwürfe zu prüfen. Sollte sich bestätigen, dass die Schufa widerrechtlich Daten speichert, drohen empfindliche Strafen.
Praktisch für den Datenschutz: Ein Aktenvernichter hilft, vertrauliche Unterlagen zu entsorgen. Und mit einer verschlüsselten Cloud bleiben Ihre digitalen Daten sicher.
Ihre Meinung ist gefragt
Haben Sie schon einmal Ihre Schufa-Daten geprüft? Waren Sie überrascht, was gespeichert war? Und vertrauen Sie der Schufa nach diesen Enthüllungen noch? Schreiben Sie es in die Kommentare.


