Galeria vor dem Aus: Warum die Warenhäuser sterben – und was uns verloren geht
Es war einmal ein Ort, da ging man hin, um einzukaufen, zu stöbern, sich beraten zu lassen. Das Kaufhaus. Karstadt, Kaufhof, Galeria – Namen, die für Generationen von Deutschen zum Stadtbild gehörten. Jetzt kämpft der Konzern erneut ums Überleben. Und viele fragen sich: Wird es bald keine Warenhäuser mehr geben?
Die Nachricht schlug am Wochenende ein: Galeria kämpft wieder ums Überleben. Acht Standorte sind akut bedroht, die Mietverträge laufen aus, und die Vermieter wehren sich gegen die Forderungen des Konzerns. „Manche Waren werden schon nicht mehr geliefert“, zitierte die Bild einen Insider. Für viele ist das ein Déjà-vu. Schon dreimal war Galeria in der Insolvenz – und doch hängt an dem Namen mehr als nur ein weiterer Handelskonzern.
Von 183 auf 83: Der langsame Tod der Warenhäuser
Die Zahlen sind atemberaubend. 2016 zählten Karstadt und Kaufhof zusammen 183 Warenhäuser in Deutschland. Heute sind es nur noch 83. Aus 35.000 Beschäftigten wurden 12.000. Und an vielen Standorten hat sich die Zahl der Mitarbeiter mehr als halbiert – von persönlicher Beratung kann kaum noch die Rede sein.
Das Unternehmen hat in den letzten Jahren eine Achterbahnfahrt hinter sich: 2020 die erste Insolvenz (Corona), 2022 die zweite, 2024 die dritte. Jetzt, 2026, droht die nächste Krise. Die Eigentümer kommen und gehen – von Thomas Middelhoff über Nicolas Berggruen, Hudson’s Bay, René Benko (Signa) bis zum heutigen Besitzer Bernd Beetz. Aber die Probleme bleiben.
Warum das Kaufhaus stirbt
Die Gründe sind vielfältig. Der Online-Handel hat den stationären Einzelhandel schwer getroffen, aber das allein erklärt nicht alles. Die Warenhäuser haben jahrelang zu wenig in ihre Standorte investiert. Die Mietverträge sind oft zu teuer für die heutigen Margen. Die Gehälter liegen laut Verdi 20 Prozent unter dem Flächentarifvertrag – kaum genug, um in Ballungsräumen die Lebenshaltungskosten zu decken.
Aber es gibt auch eine kulturelle Seite: Das Kaufhaus war nie nur ein Ort zum Einkaufen. Es war ein Treffpunkt, eine Institution, ein Stück Stadtkultur. Wer heute sagt „Ich treff dich am Kaufhof“, meint eine Adresse, die jeder kennt. Wenn diese Läden schließen, hinterlassen sie Lücken in den Innenstädten – und in den Erinnerungen.
Was bedeutet das für Sie?
Vielleicht haben Sie früher selbst bei Karstadt oder Kaufhof eingekauft. Vielleicht haben Sie dort gearbeitet. Vielleicht erinnern Sie sich an die große Lebensmittelabteilung, die Schallplatten, die Spielwaren im obersten Stock. All das gibt es heute kaum noch. Die Warenhäuser, die übrig sind, wirken oft wie Geister ihrer selbst: riesige Flächen, aber wenig Auswahl, wenig Personal, wenig Atmosphäre.
Die nächsten Wochen werden zeigen, ob Galeria eine Zukunft hat oder ob weitere Standorte geschlossen werden müssen. Für viele ist es ein Stück gelebte deutsche Wirtschaftsgeschichte, das da zu Ende geht.
Wer das Einkaufen im Kaufhaus vermisst, findet online inzwischen gute Alternativen. Ein bequemer Einkaufswagen hilft beim Einkauf im Supermarkt – und mit einer guten Geldbörse haben Sie Bargeld und Karten immer griffbereit, egal wo Sie einkaufen.
Ihre Meinung ist gefragt
Was bedeutet Galeria, Karstadt oder Kaufhof für Sie? Haben Sie früher dort eingekauft? Vermissen Sie die alten Warenhäuser – oder ist Ihnen das egal? Und was könnte die Läden Ihrer Meinung nach retten? Schreiben Sie es in die Kommentare.