SB-Kasse oder Personal? Zwei Drittel der Deutschen haben längst entschieden
Während die Supermärkte immer mehr Selbstbedienungskassen aufstellen, zeigt eine aktuelle Umfrage: Die große Mehrheit der Kunden geht lieber zur besetzten Kasse. Aber warum eigentlich? Und wer sind die 33 Prozent, die selbst scannen? Ein Blick auf die Zahlen, die hinter dem Trend stecken.
Es ist ein Bild, das sich in fast jedem Supermarkt wiederholt: Lange Schlange an der einzigen besetzten Kasse – und drei freie SB-Kassen nebenan, an denen niemand steht. Laut einer repräsentativen Kantar-Umfrage bevorzugen 67 Prozent der Deutschen die klassische Kasse mit Personal. Nur 33 Prozent scannen ihre Waren lieber selbst. Die Zahlen zeigen: Die Selbstbedienung ist noch lange nicht das neue Normal.
Warum zwei Drittel Nein sagen
Die Umfrage, durchgeführt vom 4. bis 8. Juni 2026 unter rund 1.000 Menschen in Deutschland, zeigt klare Gründe für die Skepsis:
- 42 Prozent sagen: Der Umgang mit Menschen ist ihnen lieber als mit einer Maschine.
- 40 Prozent nennen schlicht Gewohnheit als Grund.
- 39 Prozent zahlen lieber mit Bargeld – und das geht an den meisten SB-Kassen nicht.
- 28 Prozent sind beim Selbstscannen langsamer als das Personal.
- 21 Prozent haben Angst vor Bedienfehlern.
- 16 Prozent fühlen sich schlicht überfordert.
Mehrere Antworten waren möglich – und die Kombination macht deutlich: Es ist nicht nur ein Altersthema, auch wenn der Generationenunterschied deutlich ausfällt.
Die Generationen-Lücke: 87 zu 13
Besonders spannend ist der Altersunterschied. Während die 16- bis 44-Jährigen SB-Kassen deutlich offener gegenüberstehen, sieht es bei den über 55-Jährigen ganz anders aus:
87 Prozent der 55- bis 64-Jährigen bevorzugen die besetzte Kasse. Nur 13 Prozent nutzen freiwillig die Selbstbedienung. Bei noch älteren Kunden, so die Marktforscherin Stefanie Exel, dürfte der Wert sogar noch höher liegen.
Das heißt im Klartext: Wer schon länger einkauft, will auch weiterhin den Service, den er kennt. Und die Supermärkte merken das – vielen bleibt gar nichts anderes übrig, als beide Systeme parallel zu betreiben.
Die 33 Prozent – wer sind sie?
Die Selbstscanner-Fraktion hat aber auch gute Argumente:
- 56 Prozent schätzen das eigene Tempo und weniger Zeitdruck.
- 51 Prozent nennen kürzere Warteschlangen und weniger Wartezeit.
- 38 Prozent macht das Scannen einfach mehr Spaß.
- 33 Prozent wollen selbst kontrollieren, ob Preis und Anzahl stimmen.
Das sind nachvollziehbare Vorteile – aber sie gelten vor allem für kleine Einkäufe mit wenigen Artikeln. Bei 30 oder 40 Produkten sieht die Sache anders aus. Dann ist die besetzte Kasse meist doch die schnellere Wahl.
50.000 SB-Kassen in Deutschland – aber nur für wenige
Laut einer Schätzung des Handelsforschungsinstituts EHI verfügen derzeit etwa 12.500 Geschäfte über rund 50.000 SB-Kassen. Täglich werden sie von 1,5 bis 2 Millionen Menschen genutzt. Vor allem Lebensmittelhändler und Drogerien setzen massiv auf die Technik – weniger aus Kundenfreundlichkeit, sondern wegen der schwierigen Personalsituation in der Branche.
Für die Geschäfte sind SB-Kassen eine Kostenfrage. Für viele Kunden sind sie ein Ärgernis. Und ob sich die breite Nutzung „automatisch einspielen“ wird, wie manche hoffen, ist fraglich. Die Kantar-Expertin sagt klar: Das wird sich nicht von allein lösen.
Was bedeutet das für den Alltag?
Die Entwicklung ist klar: SB-Kassen werden nicht mehr verschwinden. Aber die Umfrage zeigt auch, dass die Supermärkte ihre Kunden nicht einfach in die Selbstbedienung drängen können. Wer auf seine Stammkundschaft Wert legt, braucht weiterhin gut erreichbares Personal – und vor allem eine Kasse, an der man mit Bargeld bezahlen und ein kurzes Gespräch führen kann.
Praktisch für den Einkauf: Mit einem stabilen Einkaufswagen-Chip sparen Sie sich das lästige Pfandsuchen. Und wer seine Einkäufe sicher und bequem verstauen will, findet inzwischen gute Lösungen für jeden Geldbeutel.
Ihre Meinung ist gefragt
Gehen Sie lieber zur besetzten Kasse oder scannen Sie selbst? Was nervt Sie an SB-Kassen – und was finden Sie gut daran? Schreiben Sie es in die Kommentare. Die Erfahrungen der Leser sind oft aufschlussreicher als jede Umfrage.



