Die Polizei warnt eindringlich: Falsche Polizeibeamte haben in den letzten Wochen wieder zugeschlagen. In Dreieich bei Frankfurt brachten Betrüger einen Rentner um über 100.000 Euro. In Berlin lockte ein angeblicher Polizist einen 76-Jährigen dazu, ihm Gold auszuhändigen. Und in Hessen verschwanden sechsstellige Summen in den Taschen der Täter.
Diese Betrugsmasche ist eine der perfidesten überhaupt — denn sie richtet sich gezielt gegen ältere Menschen. Und sie ist leider sehr erfolgreich.
So funktioniert der Betrug
Die Masche läuft immer ähnlich ab:
- Der Anruf: Ein angeblicher Polizeibeamter ruft an und behauptet, in der Nähe seien Einbrecher festgenommen worden. Bei den Tätern habe man einen Zettel mit dem Namen des Angerufenen gefunden.
- Die Angst: Der „Beamte“ warnt, das Geld auf dem Konto oder die Wertsachen zu Hause seien nicht mehr sicher. Man solle sie der Polizei zur sicheren Verwahrung übergeben.
- Die Übergabe: Am nächsten Tag kommt ein „Kollege“ vorbei oder ein Kurier, um das Geld und den Schmuck abzuholen. Oder der Angerufene wird aufgefordert, Geld abzuheben und an einer bestimmten Stelle zu hinterlegen.
Die Täter nutzen dabei die Gutgläubigkeit und die Angst der Opfer aus. Oft wird zusätzlich mit der Nummer 110 angerufen, sodass auf dem Display tatsächlich „Polizei“ erscheint. Diese Nummer kann jedoch gefälscht werden.
Die wichtigsten Regeln
Die echte Polizei gibt klare Hinweise, wie Sie sich schützen können:
- Die Polizei ruft Sie nie unter der 110 an. Und sie fordert Sie niemals auf, Geld oder Wertsachen zu übergeben.
- Legen Sie sofort auf, wenn ein Anrufer Geld, Schmuck oder Kontodaten verlangt. Das ist niemals die echte Polizei.
- Rufen Sie selbst zurück: Wählen Sie die 110 selbst (nicht die Rückruftaste) und fragen Sie nach, ob wirklich etwas vorliegt.
- Übergeben Sie nie Geld an Fremde — egal ob an der Tür oder an einem „neutralen Ort“.
- Reden Sie mit Angehörigen: Wer unsicher ist, sollte zuerst mit Familie oder Nachbarn sprechen. Ein kurzer Anruf kann vor großem Schaden bewahren.
Weitere Warnsignale
Neben den falschen Polizisten gibt es weitere Varianten derselben Masche:
- Falsche Enkel: Anrufer geben sich als Enkel aus, die dringend Geld brauchen („Oma, ich hatte einen Unfall!“).
- Falsche Handwerker: Unangekündigte „Handwerker“ klingeln und behaupten, es gebe einen Wasserschaden oder eine behördliche Pflichtprüfung.
- Falsche Gewinnversprechen: Man habe „gewonnen“, müsse aber vorab Gebühren oder Steuern zahlen.
- Schockanrufe: Angeblich sei ein Angehöriger verhaftet worden oder hätte einen Unfall verursacht — sofortige Kaution nötig.
Bei allen diesen Maschen gilt dasselbe: Auflegen. Nicht reagieren. Die echte Polizei oder die 110 anrufen.
Was tun, wenn es schon passiert ist?
Wer bereits Opfer geworden ist, sollte schnell handeln:
- Konto sperren lassen: Sofort die Bank informieren und Überweisungen stoppen lassen.
- Anzeige erstatten: Bei der nächsten Polizeidienststelle oder online.
- Geld zurückholen: Bei Überweisungen innerhalb der EU hilft die Bank bei der Rückholung (maximal 13 Monate rückwirkend).
- Mit der Familie sprechen: Sich nicht schämen — Betrug trifft die Klügsten. Offenheit verhindert weitere Fälle.
Mein Fazit: Aufmerksamkeit schützt
Die Masche der falschen Polizisten funktioniert nur, weil sie gezielt Vertrauen aufbaut und Angst erzeugt. Wer die Regeln kennt, ist deutlich besser geschützt.
Sprechen Sie mit Ihren Eltern, Großeltern und Nachbarn über diese Warnungen. Oft sind es diejenigen, die am wenigsten darüber reden, die am ehesten betroffen sind. Ein Hinweis kann den Unterschied machen.
Haben Sie oder jemand in Ihrem Umfeld Erfahrung mit solchen Betrugsanrufen? Teilen Sie Ihre Geschichte in den Kommentaren — und helfen Sie damit vielleicht anderen, den Betrug zu erkennen.



